Kriminalpolizei geht bislang nicht von Brandstiftung aus

Gmünd-Lindach (hs) – Dass die Bürger in Lindach nach dem Großbrand in der Nacht zum Sonntag erneut besorgt und beunruhigt sind, liegt auf der Hand. Denn schon seit Jahren wird der Stadtteil von einer Serie von „Zündeleien“ und Großbränden heimgesucht. Doch die Kriminalpolizei mahnt zur Sachlichkeit: Bislang gebe es im verwüsteten Lager der betroffenen Spedition keinerlei Anhaltspunkte für eine Brandstiftung.
Wie der stellvertretende Chef der Gmünder Kriminalpolizei Helmut Riekmann gestern Morgen darlegte, bemühen sich Ermittler mit Hilfe von Experten der Brandursache auf die Spur zu kommen. Sogar ein Brandmittelspürhund war im Einsatz. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand könne man sich in der Frage der Ursache noch auf keine bestimmte Richtung festlegen. Weil in der niedergebrannte Lagerhalle auch stromführende Leitungen vorhanden gewesen seien, liege durchaus auch ein technischer Defekt im Bereich des Möglichen.

Ascheregen harmlos

Nahezu gleichzeitig hatten sich am Sonntag kurz vor 3 Uhr zahlreiche Anwohner unter den Notrufnummem bei Polizei und Feuerwehrleitstelle gemeldet, um den Großbrand zu melden. Der war heftig und kilometerweit zu sehen. Als der „Kommissar vom Dienst“ im benachbarten Mutlangen aus dem Bett geklingelt wurde und nach draußen Richtung Lindach sah, wusste dieser sofort: Oha, das ist was Größeres! Ähnlich erging es den rund 150 Feuerwehrleuten und Sanitätern aus Gmünd, Mutlangen und Aalen, die zum Großeinsatz nach Lindach gerufen wurden. Stadtbrandmeister Manfred Haag beschreibt es als großes Glück für die Anwohner, dass die enorme Feuer-und Rauchsäule bedingt durch starke Thermik des großflächigen Feuers senkrecht nach oben stieg. Dadurch war für eine ungefährlich Verteilung bzw. Auflösung der Brandgase des Kunststoffbrandes gesorgt. Dennoch nahm die Feuerwehr im weiten Umkreis Schadstoffmessungen vor, die jedoch für weitere Entwarnung sorgten. Die am Sonntag in vielen Gärten, auf Wiesen und Autos niedergegangenen Ascheflocken bezeichnet Haag als harmlos – „wenn man sie nicht gerade direkt aufs Butterbrot legt“. Stadtbrandmeister Manfred Haag, der zusammen mit Kreisbrandmeister Werner Prokoph die umfangreiche Löschaktion leitete, zeigte sich mit dem Ablauf des größten Gmünder Brandeinsatzes der letzten Jahre zufrieden. Kommunikation und Zusammenspiel der Feuerwehreinheiten aus Lindach, Gmünd, Mutlangen, Bettringen, Straßdorf, Herlikofen, Wetzgau und Aalen hätten reibungslos funktioniert. „Eine Materialschlacht“, so beschreibt er den rund eineinhalbstündigen Kampf gegen die Flammen, die teils 30 Meter hoch in den Nachthimmel schössen ‚ und mit enormer Hitzestrahlung auch umliegende Wohnhäuser bedrohten. Zwölf Löschrohre, darunter drei Wasserwerfer, wurden in Stellung gebracht.

Weil die Wasserversorgung vor Ort an ihre Grenzen kam, richtete die Feuerwehr mit Tanklöschfahrzeugen einen Pendelverkehr ein. So wurde auch mit Mutlanger Wasser gelöscht. 5000 Liter liefen pro Minute durch die Pumpen. Dazu wurden an die 1000 Liter Schaummittelkonzentrat verbraucht. Der Erfolg: Ein Teil des riesi gen Lagers konnte gerettet werden, ebenso ein bereits durch die Hitzestrahlung beschädigtes Wohnhaus. Bezahlt gemacht hat sich nach den Worten Haags erneut die dezentrale Struktur der Gmünder Feuerwehrabteilungen. Sichergestellt war auch die Hilfeleistung, wenn dieses Unglück nicht alleine gekommen wäre. Obwohl die Brandermittlung Sache der Polizei ist, macht sich natürlich auch Stadtbrandmeister Haag Gedanken über die Ursache. Seine Einschätzung: Wäre es tatsächlich Brandstiftung gewesen, dann hätte sich der Übeltäter mit sehr guter Ortskenntnis ziemlich weit und aufwändig in die Lagerhalle hinein wagen müssen. Doch auch an Zufälle und unglaubliche Verkettungen sind die Lindacher ja gewöhnt. So als zweimal hintereinander im gleichen Wohnhaus in der Wasengasse der Dachstuhl brannte. Beidemal als Ursache eindeutig: Defekt in der Elektroinstallation. Gestern Abend fasste Gmünds Kripochef Hermann Staudenmaier die schwierige Ermittlungsarbeit in den Trümmern der Halle zusammen: Die Tendenz gehe eher zu einem technischen Defekt als in Richtung Brandstiftung.

© Rems Zeitung 04.05.2004

Kunststoffbehälter-Lager Raub der Flammen

Schwäbisch Gmünd-Lindach (rw) – Die Lagerhalle einer Speditionsfirma auf dem früheren Repa-Areal stand am frühen Sonntagmorgen in Flammen. Es entstand ein Schaden in Höhe von 300000 Euro. Die Kripo ermittelt noch wegen der Brandursache.

Der Polizei wurde der .Brand in der Osterlängstraße kurz vor 3 Uhr gemeldet. Die Lagerhalle stand in Flammen, eine mächtige Rauchwolke stieg auf. Mit Unterstützung der Feuerwehren aus den Stadtbezirken, Mutlangen und Aalen bekämpfte die Gmünder Feuerwehr fast eineinhalb Stunden lang den Brand. Ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Wohn- und Firmengebäude konnte durch den beherzten Einsatz der Wehrleute verhindert werden. Ein Drittel der Lagerhalle unmittelbar an der Osterlängstraße wurde geretttet. Der größere Teil der gedrittelten Lagerhalle, in der überwiegend leere Transportbehälter aus Kunststoff gelagert wurden, brannte bis auf die Grundmauern nieder.

Die Täferroter Straße musste für den Aufbau der Wasserversorgung gesperrt werden. Die unmittelbaren Anwohner wurden wegen der starken Rauchentwicklung gewarnt. Im Umkreis von fünf Kilometern führte der Umweltzug der Feuerwehr Aalen ständige Immissionsmessungen durch. Doch es bestand keine Gefahr für Menschen und Umwelt, eine Evakuierung war nicht erforderlich. Erst gegen 7 Uhr in der Frühe war die Brandstelle soweit sicher, dass die Einsatzkräfte verringert und die Täferroter Straße frei gegeben werden konnte. 120 Feuerwehrleute und 20 Rettungssanitäter mit einem Leitenden Notarzt waren im Einsatz. Ein Feuerwehrmann verletzte sich leicht. Über die Ursache des Brandes liegen derzeit noch keine Erkenntnisse vor. In dem Stadtteil, der in den letzten Jahren häufiger von Bränden und auch Brandstiftungen heimgesucht wurde, sind die Bewohner beunruhigt.

Wohngebäude beschädigt

An einem Wohngebäude neben der brennenden Halle entstand zudem ein Sachschaden in Höhe von mehreren Tausend Euro. Dort schmolz die Isolierung, Fenster platzten. Außerdem entwich der verstörte Hund der dort wohnenden Leute, er wurde noch nicht gefunden. Es handelt sich um eine Berner Sennenmischlings-Hündin ohne Halsband. „Sena“ wird von Besitzerin Martina Wencher (Tel. 07171 / 777 560) vermisst, wer sie findet, möge sich melden.

© Rems Zeitung 03.05.2004

Kreisfeuerwehrtag am 13. Juli 1958 in Mutlangen

„Tag der Kameradschaft uneigennütziger Helfer“ / Festbankett als Auftakt

Mutlangen. In jeder Gemeinde, in der noch Bürgersinn und Gemeinschaftsdenken lebendig sind, besteht eine gute Verbindung zwischen Bürgerschaft und Feuerwehr. Die einen wissen, von welcher Bedeutung Schlagkraft und Opferbereitschaft der Feuerwehr sind; die anderen sind sich bewußt, daß sie der Bürgerschaft Rechnung abzulegen haben über die ihnen in die Hand gegebenen technischen Mittel. Diese Verbindung zwischen Bürgerschaft und Feuerwehr findet bei einem Kreisfeuerwehrtag ihren sinnfälligen Ausdruck.

In einer Besprechung zwischen dem Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Schwäbisch Gmünd, Oberbrandmeister Strobel, Lorch, Hauptbrandmeister Rieg, Schwäbisch Gmümd, Vertretern des Kreis-und Ortsfeuerwehrausschusses und Bürgermeister Hartmann, Mutlangen, wurde das Programm für den V. Kreisfeuerwehrtag in Mutlangen aufgestellt. Als Zeitpunkt wurde für das Festbankett der 12. Juli 1958 und für den Kreisfeuerwehrtag der 13. Juli 1958 festgesetzt. Dieser Kreisfeuerwehrtag soll einen Eindruck vom gegenwärtigen Stand der Feuerlöschtechnik und vom Geist, der die Feuerwehrmänner beseelt, vermitteln. „Ein Kreisfeuerwehrtag ist ein Tag der Kameradschaft von Männern, die uneigennützig und freiwillig bereit sind, den Nachbarn in der Not zu helfen. Kameradschaft ist neben dem technischen Können und der Ausrüstung das wichtigste Element der Freiwilligen Feuerwehr.“ Sie ist ein Beispiel guter bürgerschaftlicher Betätigung. Die Feuerwehr ist zudem eines der Mittel. die geeignet sind, die Partnerschaft von Stadt und Kreis zu verbessern. Auch unter diesem Gesichtspunkt darf das Treffen der Feuerwehren des Kreises Schwäbisch Gmünd betrachtet werden.

Bei der sehr kameradschaftlich verlaufenen Besprechung kam zum Ausdruck, daß sich alle Verantwortlichen ganz einsetzen werden, damit der V. Kreisfeuerwehrtag erfolgreich abgewickelt werden kann.

© Rems Zeitung 14.02.1958

Frühjahrshauptübung der Feuerwehr und des DRK

Verdiente Feuerwehrleute erhielten silbernes Ehrenzeichen für 25 Dienstjahre Mutlangen.

Kürzlich führte die Mutlanger Freiwillige Feuerwehr unter Leitung ihres Kommandanten Otto Oechsle ihre dies jährige Frühjahrshauptübung in Verbindung mit der hiesigen Gruppe des DRK durch. Wenn die Freiwillige Feuerwehr zu ihren Haupt-Übungen
auszieht und vor den neugierigen und erstaunten Mitbürgern im Handumdrehen einen angenommenen Brand löscht, nimmt mancher das als eine Selbstverständlichkeit hin. Daß aber die volle Einsatzbereitschaft der Wehr auch ständige und umfassende Ausbildung erfordert, daß diese regelmäßige Uebungsarbeit weit mehr Zeit in Anspruch nimmt als das gelegentliche Ausrücken im Ernstfall, daran sei an dieser Stelle auch einmal erinnert.

Nach einer Schulübung folgte die Hauptübung. Als Brandobjekt war das Wirtschaftsgebäude des Josef Schirle vorgesehen. Angenommen war ein Zimmerbrand mit starker Rauchentwicklung, welcher sich rasch auf das ganze Gebäude ausbreitete. Die Motorspritze förderte ihr Wasser aus dem nahegelegenen ehemaligen Freibad. Dabei zeigte sich, daß durch die kürzlich von der Gemeinde angeschaffte neue Motorspritze vom Typ TS 8 auch im Ernstfall mit einer intensiven Bekämpfung des Brandes .gerechnet werden kann. Die Uebung demonstrierte außerdem die Einsatzbereitschaft und Tüchtigkeit der Feuerwehr und der Helfer des Roten Kreuzes. Eindrucksvoll war die Bergung der Verletzten. Vom DRK Schwäbisch Gmünd war Kreisbereitschaftsführer Maier erschienen.
Nach der Uebung traf sich die Feuerwehr im „Adler“ zu einem Kameradschaftsabend. Bürgermeister Hartmann dankte dem Kommandanten und seinen Feuerwehrleuten und den Helfern des DRK für ihren Dienst zum Schutz der Allgemeinheit und würdigte die bei der Uebung bewiesene Leistungsfähigkeit. Als besonderer Auftrag obliege ihm die Ehrung der Feuerwehrmänner Anton Kaspar, Franz Lang, Josef Schön (Landwirt), August Lackner, Franz Rupp und Georg Hinderberger (Maurermeister) für 25jährige Dienstzeit. Von Gemeinschaftssinn und Opferbereitschaft erfüllt hätten sie ihren Dienst getan, um wertvolles Eigentum zu schützen. Der Bürgermeister stellte die Geehrten als Vorbild hin. Er bedauerte, daß die Jugend abseits der Feuerwehr stehe. Mit herzlichem Händedruck dankte der Bürgermeister den Jubilaren für ihre Treue und ihre Opfer, übergab ihnen im Auftrag des Regierungspräsidiums das Ehrenzeichen in Silber und beglückwünschte sie. Gleichzeitig gab er bekannt, daß an Johannes Stütz das goldene Ehrenzeichen beim diesjährigen Feuerwehrtag in Spraitbach verliehen werde. Kreisbrandmeister Hauser, der im Laufe des Abends erschienen war, sprach ebenfalls den Jubilaren seine Glückwünsche aus. Im Namen der Geehrten dankte Anton Kaspar für die Auszeichnung. Bei gemütlicher Unterhaltung verbrachte man noch gesellige Stunden.