Über Markus Hartmann

Ich bin Markus Hartmann, aktives Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Mutlangen und Webmaster dieser Internetseite.

Halbtagesübung zum Thema Atemschutz am 11.10.08

Am Samstag, 11. Oktober sowie am 14. November, bot Daniel Hirsch für Atemschutzträger einen Übungsvormittag an.

Fotos der Atemschutzübung gibt es in unserer Fotogallerie oder direkt hier.

 

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Weshalb ist die Teilnahme an dieser Übung so wichtig?
Unsere Brandschutzkleidung wird ständig verbessert, technische Ausrüstung wie Strahlrohre usw. immer ausgereifter. Dies bedeutet dass sich der A-Träger verstärkt in Gefahren-Bereiche begibt, welche noch vor wenigen Jahren nicht zu erreichen war. Nachdem es aber deshalb zu mehreren tödlichen Unfällen ( Köln, Tübingen, usw. ) kam, wurden die Vorgehensweisen und Taktiken im Innenangriff komplett überarbeitet.
Es ist fast nicht möglich mit den abendlichen Übungen diesen Ausbildungsstand vollständig und einheitlich für alle A-Träger zu erreichen.

Tipps vom Feuerwehrarzt

Dr. Heiner Steinat
Feuerwehrarzt FFW Mutlangen

  • Allgemeine Basismaßnahmen bei verschiedenen Krankheitsbildern Herzbeschwerden Lagerung liegend, Oberkörper ca. 30 Grad Hochlagerung, möglichst frische Luft, ggfs. Sauerstoff. Möglichst aus stickigem Raum bringen, tragen ! Nach Nitro-Spray fragen.
  • Atemnot, Asthmabeschwerden Lagerung eher sitzend, ggfs. liegend mit 60 Grad Oberkörperhoch-Lagerung. Frische Luft, ggfs. Sauerstoff. Aus stickiger Luft bringen ( kann meist noch selbst gehen) Nach Asthma-Sprays fragen.
  • Kreislaufkollaps (oft schlanke Personen, oft bei Wärme, Schwüle; meist nach längerem Stehen, nach starkem Schwitzen): Lagerung flach auf Rücken, Beine hoch, Frischluft. Trinken lassen.
  • Stark blutende Wunde Anlage Druckverband auf Wunde, nicht abbinden. Falls an Arm oder Bein, dieses hochlagern.
  • Bewußtlose Person Bei tastbarem Puls und erhaltener Spontanatmung stabile Seitenlagerung. Befund regelmäßig kontrollieren.
  • Leblose Person Falls kein Puls tastbar und keine Spontanatmung: Beginn Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Notruf

Der Notruf – Telefon 112

Sollten Sie einmal in die Lage versetzt werden einen Notruf absetzen zu müssen, so ist es sehr wichtig, daß Sie den Mitarbeitern in der Rettungsleitstelle genaue Informationen über den Unfall mitteilen. Nachfolgend haben wir Ihnen ein Paar Leitsätze zusammengestellt:

1. Was ist passiert Beschreiben Sie in kurzen Stichwörtern was passiert ist, z. B. eine Person ist von der Leiter gefallen oder es hat einen Verkehrsunfall gegeben, die Wohnung brennt usw.
2. Wo ist es passiert Ortsteil, Straße, Hausnummer
3. Wie viele Verletzte Teilen Sie bitte so genau wie möglich mit, wie viele Personen verletzt sind.
4. Welche Art von Verletzungen liegen vor Wenn möglich nennen Sie die Art der Verletzungen.
5. Wer meldet den Notruf Nennen Sie Ihren Namen und ggf. ihr Telefonnummer, damit wir Sie bei Rückfragen erreichen können

11.03.06 Zimmerbrand Schulstraße

Am Samstag, den 11.03.06 wurde die Feuerwehr Mutlangen gegen 14.30 Uhr von der Leitstelle alarmiert.
 Stichwort : Zimmerbrand in Mutlangen, Schulstraße.

Die Wehr rückte mit Kdow, LF 8, LF16 sowie der DLK 23/12 aus.
 Beim Eintreffen am Einsatzort war das gesamte 1.Stockwerk völlig unter Rauch, Flammen waren von aussen nicht sichtbar. Der, natürlich unter Atemschutz, vorrückende Angriffstrupp stellte fest, dass der Brandherd wohl im Wohnzimmer sein musste, denn nach abtasten der geschlossenen Zimmertüren war diese deutlich erhitzt. Um einer Rauchgasexplosion ( Backdraft ) vorzubeugen wurden mehrere Sprühstrahlstösse vor dem Eindringen in den Raum abgegeben. Nachdem dann durch die Fenster entlüftet wurde, war die Brandursache klar, ein eingesteckter Luftbefeuchter hatte durch einen technischen Defekt die danebenstehende Sitzgruppe entzündet. Dieses Feuer war dann aber aufgrund Sauerstoffmangels wieder von selber erstickt. Es war also eigentlich das typische Szenario für einen Backdraft. Hierbei zeigt sich deutlich, dass aus solch einem, auf den ersten Blick unscheinbar, harmlos aussehenden Schwelbrand eine eine große Gefahr ausgeht. In so einer Situation ist es für die Feuerwehrmänner und -Frauen lebenswichtig eine, durch Übungen und Schulungen erlernte, gewisse Routine beim Betreten geschlossener Räume zu besitzen.
Unterschätzung der Gefahren sowie Leichtsinn könnten fatal enden.

Aber auch die Hausbewohner, welche zum Zeitpunkt des Brandes nicht im Haus waren, hatten großes Glück. Hätte das Gerät sich nachts entzündet, wäre kein Brandmelder dagewesen um den schlafenden Bewohnern das Leben zu retten. Deshalb nochmals der Apell:

RAUCHMELDER RETTEN LEBEN !!!

Kriminalpolizei geht bislang nicht von Brandstiftung aus

Gmünd-Lindach (hs) – Dass die Bürger in Lindach nach dem Großbrand in der Nacht zum Sonntag erneut besorgt und beunruhigt sind, liegt auf der Hand. Denn schon seit Jahren wird der Stadtteil von einer Serie von „Zündeleien“ und Großbränden heimgesucht. Doch die Kriminalpolizei mahnt zur Sachlichkeit: Bislang gebe es im verwüsteten Lager der betroffenen Spedition keinerlei Anhaltspunkte für eine Brandstiftung.
Wie der stellvertretende Chef der Gmünder Kriminalpolizei Helmut Riekmann gestern Morgen darlegte, bemühen sich Ermittler mit Hilfe von Experten der Brandursache auf die Spur zu kommen. Sogar ein Brandmittelspürhund war im Einsatz. Nach gegenwärtigem Kenntnisstand könne man sich in der Frage der Ursache noch auf keine bestimmte Richtung festlegen. Weil in der niedergebrannte Lagerhalle auch stromführende Leitungen vorhanden gewesen seien, liege durchaus auch ein technischer Defekt im Bereich des Möglichen.

Ascheregen harmlos

Nahezu gleichzeitig hatten sich am Sonntag kurz vor 3 Uhr zahlreiche Anwohner unter den Notrufnummem bei Polizei und Feuerwehrleitstelle gemeldet, um den Großbrand zu melden. Der war heftig und kilometerweit zu sehen. Als der „Kommissar vom Dienst“ im benachbarten Mutlangen aus dem Bett geklingelt wurde und nach draußen Richtung Lindach sah, wusste dieser sofort: Oha, das ist was Größeres! Ähnlich erging es den rund 150 Feuerwehrleuten und Sanitätern aus Gmünd, Mutlangen und Aalen, die zum Großeinsatz nach Lindach gerufen wurden. Stadtbrandmeister Manfred Haag beschreibt es als großes Glück für die Anwohner, dass die enorme Feuer-und Rauchsäule bedingt durch starke Thermik des großflächigen Feuers senkrecht nach oben stieg. Dadurch war für eine ungefährlich Verteilung bzw. Auflösung der Brandgase des Kunststoffbrandes gesorgt. Dennoch nahm die Feuerwehr im weiten Umkreis Schadstoffmessungen vor, die jedoch für weitere Entwarnung sorgten. Die am Sonntag in vielen Gärten, auf Wiesen und Autos niedergegangenen Ascheflocken bezeichnet Haag als harmlos – „wenn man sie nicht gerade direkt aufs Butterbrot legt“. Stadtbrandmeister Manfred Haag, der zusammen mit Kreisbrandmeister Werner Prokoph die umfangreiche Löschaktion leitete, zeigte sich mit dem Ablauf des größten Gmünder Brandeinsatzes der letzten Jahre zufrieden. Kommunikation und Zusammenspiel der Feuerwehreinheiten aus Lindach, Gmünd, Mutlangen, Bettringen, Straßdorf, Herlikofen, Wetzgau und Aalen hätten reibungslos funktioniert. „Eine Materialschlacht“, so beschreibt er den rund eineinhalbstündigen Kampf gegen die Flammen, die teils 30 Meter hoch in den Nachthimmel schössen ‚ und mit enormer Hitzestrahlung auch umliegende Wohnhäuser bedrohten. Zwölf Löschrohre, darunter drei Wasserwerfer, wurden in Stellung gebracht.

Weil die Wasserversorgung vor Ort an ihre Grenzen kam, richtete die Feuerwehr mit Tanklöschfahrzeugen einen Pendelverkehr ein. So wurde auch mit Mutlanger Wasser gelöscht. 5000 Liter liefen pro Minute durch die Pumpen. Dazu wurden an die 1000 Liter Schaummittelkonzentrat verbraucht. Der Erfolg: Ein Teil des riesi gen Lagers konnte gerettet werden, ebenso ein bereits durch die Hitzestrahlung beschädigtes Wohnhaus. Bezahlt gemacht hat sich nach den Worten Haags erneut die dezentrale Struktur der Gmünder Feuerwehrabteilungen. Sichergestellt war auch die Hilfeleistung, wenn dieses Unglück nicht alleine gekommen wäre. Obwohl die Brandermittlung Sache der Polizei ist, macht sich natürlich auch Stadtbrandmeister Haag Gedanken über die Ursache. Seine Einschätzung: Wäre es tatsächlich Brandstiftung gewesen, dann hätte sich der Übeltäter mit sehr guter Ortskenntnis ziemlich weit und aufwändig in die Lagerhalle hinein wagen müssen. Doch auch an Zufälle und unglaubliche Verkettungen sind die Lindacher ja gewöhnt. So als zweimal hintereinander im gleichen Wohnhaus in der Wasengasse der Dachstuhl brannte. Beidemal als Ursache eindeutig: Defekt in der Elektroinstallation. Gestern Abend fasste Gmünds Kripochef Hermann Staudenmaier die schwierige Ermittlungsarbeit in den Trümmern der Halle zusammen: Die Tendenz gehe eher zu einem technischen Defekt als in Richtung Brandstiftung.

© Rems Zeitung 04.05.2004