Halbtagesübung zum Thema Atemschutz am 11.10.08

Am Samstag, 11. Oktober sowie am 14. November, bot Daniel Hirsch für Atemschutzträger einen Übungsvormittag an.

Fotos der Atemschutzübung gibt es in unserer Fotogallerie oder direkt hier.

 

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Weshalb ist die Teilnahme an dieser Übung so wichtig?
Unsere Brandschutzkleidung wird ständig verbessert, technische Ausrüstung wie Strahlrohre usw. immer ausgereifter. Dies bedeutet dass sich der A-Träger verstärkt in Gefahren-Bereiche begibt, welche noch vor wenigen Jahren nicht zu erreichen war. Nachdem es aber deshalb zu mehreren tödlichen Unfällen ( Köln, Tübingen, usw. ) kam, wurden die Vorgehensweisen und Taktiken im Innenangriff komplett überarbeitet.
Es ist fast nicht möglich mit den abendlichen Übungen diesen Ausbildungsstand vollständig und einheitlich für alle A-Träger zu erreichen.

Tipps vom Feuerwehrarzt

Dr. Heiner Steinat
Feuerwehrarzt FFW Mutlangen

  • Allgemeine Basismaßnahmen bei verschiedenen Krankheitsbildern Herzbeschwerden Lagerung liegend, Oberkörper ca. 30 Grad Hochlagerung, möglichst frische Luft, ggfs. Sauerstoff. Möglichst aus stickigem Raum bringen, tragen ! Nach Nitro-Spray fragen.
  • Atemnot, Asthmabeschwerden Lagerung eher sitzend, ggfs. liegend mit 60 Grad Oberkörperhoch-Lagerung. Frische Luft, ggfs. Sauerstoff. Aus stickiger Luft bringen ( kann meist noch selbst gehen) Nach Asthma-Sprays fragen.
  • Kreislaufkollaps (oft schlanke Personen, oft bei Wärme, Schwüle; meist nach längerem Stehen, nach starkem Schwitzen): Lagerung flach auf Rücken, Beine hoch, Frischluft. Trinken lassen.
  • Stark blutende Wunde Anlage Druckverband auf Wunde, nicht abbinden. Falls an Arm oder Bein, dieses hochlagern.
  • Bewußtlose Person Bei tastbarem Puls und erhaltener Spontanatmung stabile Seitenlagerung. Befund regelmäßig kontrollieren.
  • Leblose Person Falls kein Puls tastbar und keine Spontanatmung: Beginn Herz-Lungen-Wiederbelebung.

Notruf

Der Notruf – Telefon 112

Sollten Sie einmal in die Lage versetzt werden einen Notruf absetzen zu müssen, so ist es sehr wichtig, daß Sie den Mitarbeitern in der Rettungsleitstelle genaue Informationen über den Unfall mitteilen. Nachfolgend haben wir Ihnen ein Paar Leitsätze zusammengestellt:

1. Was ist passiert Beschreiben Sie in kurzen Stichwörtern was passiert ist, z. B. eine Person ist von der Leiter gefallen oder es hat einen Verkehrsunfall gegeben, die Wohnung brennt usw.
2. Wo ist es passiert Ortsteil, Straße, Hausnummer
3. Wie viele Verletzte Teilen Sie bitte so genau wie möglich mit, wie viele Personen verletzt sind.
4. Welche Art von Verletzungen liegen vor Wenn möglich nennen Sie die Art der Verletzungen.
5. Wer meldet den Notruf Nennen Sie Ihren Namen und ggf. ihr Telefonnummer, damit wir Sie bei Rückfragen erreichen können

11.03.06 Zimmerbrand Schulstraße

Am Samstag, den 11.03.06 wurde die Feuerwehr Mutlangen gegen 14.30 Uhr von der Leitstelle alarmiert.
 Stichwort : Zimmerbrand in Mutlangen, Schulstraße.

Die Wehr rückte mit Kdow, LF 8, LF16 sowie der DLK 23/12 aus.
 Beim Eintreffen am Einsatzort war das gesamte 1.Stockwerk völlig unter Rauch, Flammen waren von aussen nicht sichtbar. Der, natürlich unter Atemschutz, vorrückende Angriffstrupp stellte fest, dass der Brandherd wohl im Wohnzimmer sein musste, denn nach abtasten der geschlossenen Zimmertüren war diese deutlich erhitzt. Um einer Rauchgasexplosion ( Backdraft ) vorzubeugen wurden mehrere Sprühstrahlstösse vor dem Eindringen in den Raum abgegeben. Nachdem dann durch die Fenster entlüftet wurde, war die Brandursache klar, ein eingesteckter Luftbefeuchter hatte durch einen technischen Defekt die danebenstehende Sitzgruppe entzündet. Dieses Feuer war dann aber aufgrund Sauerstoffmangels wieder von selber erstickt. Es war also eigentlich das typische Szenario für einen Backdraft. Hierbei zeigt sich deutlich, dass aus solch einem, auf den ersten Blick unscheinbar, harmlos aussehenden Schwelbrand eine eine große Gefahr ausgeht. In so einer Situation ist es für die Feuerwehrmänner und -Frauen lebenswichtig eine, durch Übungen und Schulungen erlernte, gewisse Routine beim Betreten geschlossener Räume zu besitzen.
Unterschätzung der Gefahren sowie Leichtsinn könnten fatal enden.

Aber auch die Hausbewohner, welche zum Zeitpunkt des Brandes nicht im Haus waren, hatten großes Glück. Hätte das Gerät sich nachts entzündet, wäre kein Brandmelder dagewesen um den schlafenden Bewohnern das Leben zu retten. Deshalb nochmals der Apell:

RAUCHMELDER RETTEN LEBEN !!!

Brand Fa. Wiedmann in Alfdorf